Sieben WordPress-MCP-Plugins lassen ChatGPT in deine Website. Welches darf rein?

Du hast ChatGPT oder Claude in einem Fenster offen und das WordPress-Backend im anderen. Die KI schreibt einen Text, du kopierst ihn rüber. Sie schlägt einen neuen Seitentitel vor, du klickst dich zum richtigen Beitrag. Sie fragt, welche Plugins installiert sind, du schaust nach. Und die ganze Zeit fragst du dich: Warum kann das Ding nicht einfach selbst nachsehen?

Kann es. Dafür gibt es ein Verfahren mit dem etwas sperrigen Namen MCP. Und inzwischen gleich mehrere WordPress-Plugins, die es dir einbauen. Das Problem: Sie machen es auf ziemlich unterschiedliche Weise. Dieser Artikel sortiert sieben davon, die über 1000 aktive Installationen haben und genau diese Technik anbieten.

Was macht ein WordPress-MCP-Plugin?

MCP steht für „Model Context Protocol“. Vergiss den Namen, merk dir das Bild: eine Steckdose. Dein WordPress hat von Haus aus keine, an die ChatGPT oder Claude ihren Stecker halten könnten. Ein MCP-Plugin baut diese Steckdose ein. Danach kann die KI – wenn du sie verbunden hast – Beiträge lesen, Entwürfe anlegen, Einstellungen anschauen oder Plugins auflisten, also genau das, was du sonst von Hand erledigst.

Ohne MCP braucht jede KI für jedes Programm eine eigene Verbindung, mit MCP genügt eine gemeinsame Schnittstelle

Jedes einzelne MCP-Plugin bringt KI-Fähigkeiten mit. Oft nennt sie auch „Werkzeuge“ (Tools). Welche Werkzeuge die KI benutzen darf, bestimmst du in MCP-Plugin. Was dabei mit deinen Daten passiert, erkläre ich ausführlich in „WordPress mit ChatGPT“. Und was MCP-Plugins von anderen KI-Plugins unterscheidet, steht in „Was ist ein WordPress-KI-Plugin?“.

Das Plugin „MCP Adapter“, das von WordPress selbst stammt, nimmt an dem Vergleich nicht teil. Denn für sich allein tut es nichts Sichtbares. Es ist nur eine Steckdose und bringt keine eigenen Werkzeuge mit. Damit ist es kein Konkurrent für die Plugins weiter unten.

Die sieben MCP-Plugins für WordPress im direkten Vergleich

Diese Reihenfolge ist bewusst nach dem Alphabet aufgebaut. Alle Angaben stammen von den jeweiligen Plugin-Seiten auf WordPress.org, Stand 4. November 2026. Werkzeuge, weitere Funktionen und Preise ändern sich schnell, schau daher vor der Installation lieber selbst auf die Plugin-Seite.

Die Übersicht

PluginKostenWo läuft die Verbindung?AnmeldungWas es kann?*
Cowboy MCP
von februality
keine Bezahlversionauf deiner WebsiteBrowser-Zustimmung oder Schlüssel59 Aufgaben
Easy MCP AI
von Themeisle
keine Bezahlversionauf deiner WebsiteBrowser-Zustimmung (OAuth) oder Token89 Aufgaben
Enable Abilities for MCP
von Fabio Montenegro
keine Bezahlversionauf deiner WebsiteWordPress-Anmeldung, Anwendungspasswort oder Token36 Aufgaben
Royal MCP
von Royal Plugins
Plugin kostenlos; Pro-Version kostenpflichtig (aktuelle Preise)auf deiner WebsiteOAuth oder Schlüssel52 Aufgaben
Secure MCP Server
von miniOrange
Plugin kostenlos; Pro- und Business-Plan kostenpflichtig (aktuelle Preise)auf deiner Website; Endpunkt optional über Gateway des HerstellersOAuth62 Aufgaben
WPVibe
von SeedProd
Plugin kostenlos; Dienst mit kostenlosem Tageskontingent, mehr in bezahlten Tarifen (aktuelle Preise)über einen Dienst des HerstellersWordPress-Anwendungspasswörter46 Aufgaben
WSP MCP
von WebSensePro
keine Bezahlversionauf deiner WebsiteSchlüssel; optional OAuth für Claude50 Aufgaben

* Die Zahl bezieht sich nur auf die Kernaufgaben in WordPress. Zusätzliche Plugins, die du installierst und die selbst KI-Werkzeuge mitbringen, werden von diesen MCP-Plugins in der Regel ebenfalls bedient.

Wenn dir das hier wichtig ist:

Nicht jedem ist dasselbe wichtig. Je nachdem, worauf du bei der Verbindung zwischen KI und Website am meisten Wert legst, lohnt sich der Blick auf andere Plugins:

  • Ich will Änderungen zurücknehmen können: Cowboy MCP (Journal und Checkpoints), Royal MCP, Easy MCP AI (Änderungsverlauf), Secure MCP Server (Theme-Änderungen mit Backup und Rollback).
  • Zwischen KI und Website soll niemand sonst sitzen: Cowboy MCP, Easy MCP AI, Enable Abilities for MCP, Royal MCP und WSP MCP. Beim Secure MCP Server hängt es davon ab, ob du das Gateway nutzt.
  • Ich will jedes Werkzeug einzeln steuern: Enable Abilities for MCP, WSP MCP und Secure MCP Server haben dafür eigene Schalter. Royal MCP und Cowboy MCP arbeiten stattdessen mit Zugriffsstufen.
  • Ich will nichts bezahlen: Ohne Bezahlversion sind Cowboy MCP, Easy MCP AI, Enable Abilities for MCP und WSP MCP. Bei Royal MCP, Secure MCP Server und WPVibe gibt es zusätzlich bezahlte Pläne. Die aktuellen Preise stehen bei den Herstellern.
  • Ich will kein zweites Plugin dazu installieren: Alle außer Enable Abilities for MCP, das den MCP Adapter voraussetzt.

So viel zur Kurzfassung. Wer es genauer wissen will: Jetzt nehmen wir uns jedes Plugin einzeln vor, in derselben Reihenfolge wie in der Tabelle.

Cowboy MCP

Banner von Cowboy MCP: ein grüner Pixel-Buchstabe C mit Cowboyhut, daneben der Schriftzug „Cowboy MCP“ und die Zeile „Manage your website with Claude or ChatGPT“ auf schwarzem Grund

Der MCP-Server läuft auf deiner eigenen WordPress-Installation, ohne Umweg über einen fremden Dienst. Du meldest die KI per Browser-Zustimmung an oder nutzt für Skripte einen Schlüssel. Auffällig ist das Sicherheitsnetz: Ein Journal hält jede Änderung mit dem Zustand davor fest, einzelne Änderungen lassen sich zurücknehmen. Dazu kommen sogenannte Checkpoints, also Datenbank-Sicherungen, die vor Plugin- und Theme-Updates entstehen. Laut Seite nicht rückgängig zu machen sind zum Beispiel versendete E-Mails. Für Cloud-KI wie ChatGPT oder Claude im Browser braucht deine Website eine öffentlich erreichbare HTTPS-Adresse.

Im Verzeichnis „WordPress-Prompts für KI“ findest du 59 Aufgaben, die du mit Cowboy MCP erledigen kannst.

Gut zu wissen: Cloud-Dienste wie ChatGPT oder Claude im Browser brauchen eine öffentlich erreichbare HTTPS-Adresse. Auf lokalen Entwicklungsseiten funktionieren laut Seite nur Terminal- und Editor-Werkzeuge wie Claude Code oder Cursor.

Easy MCP AI

Banner von Easy MCP AI: Schriftzug „Run WordPress from any AI chat“ links, rechts ein dunkles Fenster mit drei abgehakten Aufgaben und dem Hinweis auf ein Aktivitätsprotokoll

Der MCP-Server ist Teil deiner eigenen Website; laut Seite gibt es kein Relay, kein Konto beim Hersteller und keine Nutzungsgebühr. Die Anmeldung läuft entweder per OAuth (Adresse in die KI eintragen, in WordPress anmelden, Rechte wählen, bestätigen) oder über einen Token, der nur einmal angezeigt wird. Rechte lassen sich pro Token oder Zustimmung festlegen, auch rein lesend. Zusätzlich gibt es ein Aktivitätsprotokoll und einen Änderungsverlauf mit Vorher-Nachher-Ansicht. Optional lassen sich externe Daten aus SEO- und Analyse-Diensten einbinden; dafür brauchst du eigene Zugänge bei diesen Diensten, und es können Kosten dort entstehen.

Im Verzeichnis „WordPress-Prompts für KI“ findest du 89 Aufgaben, die du mit Easy MCP AI erledigen kannst.

Gut zu wissen: Die externen SEO- und Analyse-Dienste sind optional und brauchen eigene Zugänge. Laut Seite gehen dabei Angaben wie Suchbegriffe, Adressen und Zeiträume an den jeweiligen Dienst. Für OAuth verlangt die Seite HTTPS auf Live-Seiten.

Enable Abilities for MCP

Vorschaubild von Enable Abilities for MCP: dunkler Hintergrund mit dem Spruch „One plugin to rule them all“ links, rechts ein Schema, in dem Erweiterungen wie Elementor und Fluent Forms über das Plugin mit Claude, ChatGPT und Cursor verbunden sind

Der Sonderfall der Runde: Es braucht zwingend den oben erwähnten MCP Adapter, ohne ihn läuft nichts. Dafür kannst du jede einzelne Fähigkeit im WordPress-Admin ein- oder ausschalten. Die KI handelt mit den Rechten des angemeldeten WordPress-Benutzers, und jede Ausführung landet im Aktivitätsprotokoll. Der ChatGPT-Zugang wird auf der Seite als Beta bezeichnet und ist standardmäßig aus. Zu Datenspeicherung und Datenschutzerklärung macht die Seite keine Angaben, das solltest du beim Hersteller erfragen.

Im Verzeichnis „WordPress-Prompts für KI“ findest du 36 Aufgaben, die du mit Enable Abilities for MCP erledigen kannst.

Gut zu wissen: Das Plugin braucht zusätzlich das Plugin MCP Adapter, ohne es funktioniert es laut Seite nicht. Vorausgesetzt werden WordPress 6.9 oder neuer und PHP 8.0 oder neuer.

Royal MCP

Banner von Royal MCP: goldenes Kronen-Symbol auf dunkelblauem Grund, daneben der Schriftzug „Royal MCP“ und die Zeile „Connect WordPress to AI“

Das Plugin ist laut Seite „100% self-hosted“. Daneben gibt es eine kostenpflichtige Pro-Version. Die aktuellen Preise findest du beim Hersteller. Angemeldet wird per OAuth oder über einen API-Schlüssel. Es gibt drei Zugriffsmodi (alles, nur lesen, nur Entwürfe), standardmäßig eine Bestätigung bei zerstörerischen Aktionen und ein zeitlich begrenztes Rückgängig für solche Vorgänge. Sensible Daten wie Zugangsdaten anderer Plugins werden laut Seite geschwärzt. Das Plugin startet deaktiviert, du schaltest es also bewusst ein.

Im Verzeichnis „WordPress-Prompts für KI“ findest du 52 Aufgaben, die du mit Royal MCP erledigen kannst.

Gut zu wissen: Das Plugin startet nach der Installation deaktiviert. Laut Seite hat es keine eigenen ausgehenden Verbindungen, also keine Telemetrie und keine Lizenzprüfung.

Secure MCP Server

Banner von Secure MCP Server: Schriftzug „Secure MCP Server“ auf hellem Grund, rechts Kacheln zu Rechten pro Plugin und zur Aktivität von KI-Agenten

Bei diesem Plugin lohnt der genaue Blick auf den Weg der Anfragen: Der MCP-Server und die Anmeldung laufen laut Seite auf deiner Website, der angegebene MCP-Endpunkt liegt aber bei einem Gateway von miniOrange. Wer dieses Gateway nutzt, schickt die Anfragen der KI über dessen Server zu seiner Seite; Werkzeuge und Rechteprüfung bleiben laut Seite auf deiner Website. Ohne Gateway sollen Anfragen direkt laufen. Daneben gibt es einen Pro- und einen Business-Plan (unter anderem für Datenregeln und die Freigabe heikler Aktionen durch einen Menschen). Was in welchem Plan steckt und was er kostet, steht auf der Herstellerseite.

Im Verzeichnis „WordPress-Prompts für KI“ findest du 62 Aufgaben, die du mit Secure MCP Server erledigen kannst.

Gut zu wissen: Die Website muss öffentlich erreichbar sein und HTTPS nutzen, hinter einer Firewall oder auf localhost erreichen KI-Clients sie laut Seite nicht. Vorausgesetzt werden WordPress 6.9 oder neuer und PHP 7.4 oder neuer.

WPVibe

Banner von WPVibe: dunkler Hintergrund mit dem Schriftzug „Connect Claude, ChatGPT und Cursor to WordPress“ und einer Meldung „Published to WordPress“

Das Plugin ist kostenlos, der Dienst dahinter hat laut Seite einen kostenlosen Tarif mit täglichem Kontingent an WordPress-Aktionen, mehr gibt es in bezahlten Tarifen. Die aktuellen Preise findest du beim Hersteller. Anders als bei den anderen läuft die Verbindung bewusst über einen Dienst des Herstellers (wpvibe.ai), der zwischen KI und deiner Website vermittelt. Zugangsdaten liegen laut Seite verschlüsselt auf den Servern des Anbieters, Inhalte bleiben auf deinem WordPress-Server. Die Anmeldung läuft über WordPress-Anwendungspasswörter, die du nicht in den KI-Chat eintippst. Zerstörerische Aktionen brauchen eine Freigabe mit Vorschau, neue Beiträge landen als Entwurf.

Im Verzeichnis „WordPress-Prompts für KI“ findest du 46 Aufgaben, die du mit WPVibe erledigen kannst.

Gut zu wissen: Ein Konto beim Dienst ist laut Seite vorgesehen, ob es zwingend ist, erklärt sie nicht. Die Anwendungspasswörter von WordPress müssen funktionieren; ein HTTP-Passwortschutz vor der Website verhindert laut Änderungsliste die Freigabe.

WSP MCP

Banner von WSP MCP: Schriftzug „Run WordPress from any AI agent“ auf hellem Grund, rechts ein dunkles Fenster mit drei abgehakten Aufgaben

Der MCP-Server läuft im Plugin auf deiner Website, ein Konto beim Anbieter ist laut Seite nicht nötig. Standard ist ein privater Schlüssel aus dem Verbindungs-Tab; optional gibt es eine Anmeldung für Claude per OAuth, standardmäßig aus. Jedes Werkzeug hat einen eigenen Schalter, und laut Seite sind Werkzeuge, die Inhalte verändern, bis zur Aktivierung ausgeschaltet. Das Audit-Log räumt alte Einträge automatisch auf. Einige Werkzeuge rufen externe Adressen auf (etwa zum Hochladen von Medien per Link), sie sind standardmäßig aus.

Im Verzeichnis „WordPress-Prompts für KI“ findest du 50 Aufgaben, die du mit WSP MCP erledigen kannst.

Gut zu wissen: Alte Einträge im Audit-Log werden laut Seite automatisch gelöscht. Vorausgesetzt werden WordPress 6.9 oder neuer und PHP 7.4 oder neuer.

Wo laufen die Daten lang?

Das ist der Unterschied, der am meisten zählt, und er steht selten in der Überschrift. Bei den meisten Plugins hier verbindet sich die KI direkt mit deiner Website. Bei WPVibe sitzt ein Dienst des Herstellers dazwischen, bei Secure MCP Server optional ein Gateway. Das ist nicht automatisch schlecht, kann aber im Datenschutz einen Unterschied machen: Dann gibt es einen weiteren Beteiligten, den du in deine Überlegungen einbeziehen musst.

Und egal, welches Plugin du nimmst: Was die KI zu sehen bekommt, geht an ChatGPT, Claude oder den Anbieter deiner Wahl, und dort gelten dessen Bedingungen. Keine der sieben Plugin-Seiten kann dir das abnehmen.

Worauf du beim Aussuchen achten kannst

Bevor du ein Plugin installierst, helfen dir diese Fragen weiter. Sie gelten für alle sieben gleichermaßen:

  • Wohin laufen die Anfragen? Direkt zu deiner Website oder über einen Dienst dazwischen?
  • Was kostet es wirklich? Kostenloses Plugin heißt nicht immer kostenloser Dienst.
  • Wie meldest du die KI an? Per Browser-Zustimmung, Schlüssel oder WordPress-Anwendungspasswort. Der Schlüssel ist bequem, aber du musst ihn selbst hüten.
  • Was geht schief, wenn etwas schiefgeht? Gibt es ein Rückgängig, ein Protokoll, eine Bestätigung vor dem Löschen? Wie lange?
  • Wie viele nutzen das Plugin schon? Die Zahl der aktiven Installationen steht auf der Plugin-Seite bei WordPress.org. Sie zeigt, wie viele andere Websites es bereits einsetzen.
  • Wann gab es das letzte Update? Auch das Datum der letzten Aktualisierung findest du auf der Plugin-Seite. Es verrät, ob das Plugin noch gepflegt wird, und bei einer Technik, die sich so schnell entwickelt wie MCP, ist das kein Nebenthema.
  • Wie viele Werkzeuge bringt es mit? Auf der Plugin-Seite steht, was ein Plugin alles kann. Mehr Werkzeuge bedeuten mehr Möglichkeiten, aber auch mehr, das du im Blick behalten musst. Die Zahl ändert sich ständig, schau also aktuell nach.
  • Wer darf was? Kannst du der KI nur das Lesen erlauben? Gibt es Zugriffsstufen oder einen Schalter pro Werkzeug? Die Plugins lösen das unterschiedlich, die Abschnitte oben zeigen, wie.
  • Wer steckt dahinter? Ein Team, eine Firma oder eine einzelne Person? Das ist keine Wertung, aber es hilft einzuschätzen, wie verlässlich Pflege und Support sind.

Das Gute ist: Ein MCP-Plugin ist nichts, woran du deine Website dauerhaft binden musst. Du kannst die Plugins testen, entfernen und austauschen. Und wenn du eines entfernst, geht nichts verloren, nur die Fähigkeit, die Website über eine KI zu bedienen.

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