Wie bekomme ich mit ChatGPT eine WordPress-Anleitung, die zu meiner Website passt? Schritt für Schritt

Hast du dir schon mal von ChatGPT oder einer anderen KI eine WordPress-Anleitung für deine Website geben lassen? Dann lass mich raten, es war eine, die kaum zu deiner Seite gepasst hat: Bei dir hieß der Menüpunkt anders oder fehlte komplett. Es wurde ein Plugin vorgeschlagen, das du nicht hast. Und die Erklärung, was auf deiner Website passieren sollte, stammt offenbar aus einer anderen Epoche. Glückwunsch, du hast eine KI-Anleitung erhalten, die dir nicht hilft. Und das ist völlig normal und passt zu dem, wie KI arbeitet.

KI kennt deine Seite nicht. Das Modell kennt aber Millionen von Anleitungen für WordPress aus dem Internet. Es generiert Texte, die in etwa den Durchschnitt dieser Anleitungen ausgeben. Das ist, wie eine Anleitung für eine Gartengestaltung, ohne überhaupt etwas über deinen Garten zu wissen. Passt halt zu einem durchschnittlichen Garten.

Deine Seite ist aber kein Durchschnitt. Was tun? Zuerst ChatGPT oder eine andere KI mit deiner Website „bekanntmachen“. Das heißt schlicht und einfach, ihnen zu erlauben, deine Website nicht nur als Besucher zu sehen, sondern unter die Haube zu schauen. Welches Theme nutzt du? Welche Plugins sind bei dir installiert? Welche Seiten, Beiträge, Inhalte gibt es bei dir überhaupt? Sobald ChatGPT es weiß, wird es dir deutlich präziser helfen können.

Die Lösung ist also, der KI den Zugriff auf deine Website zu gewähren. Diese Technik nennt man MCP.

Warum MCP präzise Anleitungen für deine WordPress-Seite erstellt

MCP steht für Model Context Protocol. Hinter dem sperrigen Namen steckt eine einfache Idee: ein gemeinsamer Standard, mit dem eine KI wie ChatGPT oder Claude bei anderen Programmen nachfragen kann. Ein Protokoll ist dabei nichts anderes als eine Absprache, in welcher Sprache beide miteinander reden.

Ohne MCP sieht ChatGPT deine Website höchstens von außen, so wie jeder Besucher. Mit MCP stellt dein WordPress der KI dagegen eine Liste von Werkzeugen bereit, zum Beispiel „Plugins auflisten“ oder „Seiten anzeigen“. Bittest du um eine Anleitung, entscheidet die KI selbst, welches Werkzeug sie braucht, fragt damit bei WordPress nach und bekommt echte Daten zurück: Welches Theme läuft, welche Plugins sind aktiv, welche Seiten gibt es. Erst dann schreibt sie die Anleitung.

Vergleich ohne und mit MCP: Ohne Verbindung gibt die KI eine allgemeine WordPress-Anleitung. Mit MCP fragt sie Theme, aktive Plugins und Seiten ab und passt die Anleitung an die Website an.

Das ist der Unterschied zwischen Raten und Nachsehen. Und weil WordPress die Werkzeuge vorgibt, kann die KI auch nur tun, was auf dieser Liste steht. Sie bekommt keinen Generalschlüssel, sondern genau die Türen, die WordPress ihr öffnet.

Wie diese Verbindung genau entsteht und was du dabei beachten musst, steht im KI-Playbook für WordPress. Hier geht es um das, was du danach damit anstellst.

Hier kommen fünf Schritte, mit denen ChatGPT oder Claude dir eine WordPress-Anleitung schreiben, die bei deiner Website anfängt und nicht bei irgendeiner. Voraussetzung ist eine Verbindung direkt zu deinem WordPress.

Schritt 1: Sag in einem Satz, was du erledigen willst

Bevor du irgendetwas fragst, bring die Aufgabe auf einen Satz. Nicht „Meine Website soll besser werden“ (da hilft auch die beste Anleitung nicht), sondern zum Beispiel „ein Kontaktformular erstellen“. Dieser Satz kommt in alle drei Prompts unten, und je genauer er ist, desto genauer wird die Anleitung.

Ein Prompt ist dabei einfach die Anweisung, die du in den Chat tippst. Alle drei gehören in denselben Chat, dann weiß die KI beim dritten noch, was sie beim ersten gefunden hat.

Schritt 2: Lass die KI nachsehen, was schon da ist

Die übliche Anleitung für ein Formular beginnt mit der Installation eines Formular-Plugins. Aber was, wenn du längst eines hast? Dann lautet der erste sinnvolle Schritt nicht „Installiere Plugin XY“, sondern „Schau nach, was schon da ist“. Das kostet die KI ein paar Sekunden und dich im besten Fall ein Plugin weniger.

Ersetze [Aufgabe] durch das, was du erledigen willst, zum Beispiel „ein Kontaktformular erstellen“. Der Rest der Aufgabenstellung bleibt unverändert:

Ich möchte auf meiner WordPress-Website [Aufgabe] erledigen.

Sieh zuerst nach, welche Plugins bei mir installiert und aktiv sind und welches Theme läuft. Finde heraus, ob eine vorhandene Funktion die Aufgabe schon erledigen kann. Empfiehl mir die einfachste Lösung und schlag nicht vorschnell ein neues Plugin vor. Sag mir genau, was du bei mir nachgesehen hast und was du nur vermutest. Ändere nichts an meiner Website. Wenn du etwas nicht nachsehen kannst, sag es mir und schlag vor, wie wir es anders lösen.

Der Satz mit dem Vermuten ist der wichtigste. Er zwingt die KI, Gesehenes von Geratenem zu trennen.

Schritt 3: Frag, ob die KI die Aufgabe selbst erledigen kann

Manche Aufgaben erledigt die KI über die Verbindung selbst, andere nicht. Die Verbindung ist schließlich kein Generalschlüssel für jeden Einstellungsbildschirm. Entscheidend ist, welche Werkzeuge die KI bei dir nutzen darf und welche Rechte sie dabei hat.

Deshalb soll sie zuerst sagen, was sie tatsächlich tun kann. Und bevor sie etwas ändert, fragt sie dich. „Wird schon passen“ ist bei Änderungen an einer Website keine Strategie.

Auch hier ersetzt du [Aufgabe] durch deine Aufgabe. Der Rest der Aufgabenstellung bleibt unverändert:

Ich möchte [Aufgabe] erledigen.

Sieh dir meine WordPress-Installation an und sag mir, was du über die Verbindung zu meiner Website selbst erledigen kannst. Wenn du die Aufgabe selbst ausführen kannst, beschreibe zuerst genau, was du ändern würdest, und warte auf mein Okay, bevor du etwas änderst. Wenn du sie nicht ausführen kannst, erkläre mir Schritt für Schritt, wie ich sie selbst erledige. Berücksichtige meine vorhandenen Plugins und erfinde keine Einstellungen oder Menüpunkte. Wenn etwas nicht klappt, sag es mir und schlag vor, wie wir es anders lösen.

Schritt 4: Lass dir die Klickanleitung für deine Installation schreiben

Bei einer fremden Anleitung übersetzt du selbst: Was davon gilt für meine Installation? Was kann ich überspringen? Brauche ich wirklich noch ein Plugin? Diese Übersetzungsarbeit ist der eigentliche Aufwand. Hier übernimmt sie die KI, weil sie vorher bei deiner Website nachgesehen hat.

„Öffne die Plugin-Einstellungen und aktiviere die Option“ klingt hilfreich, bis du merkst, dass es diese Option bei dir gar nicht gibt. Eine gute WordPress-Anleitung nennt die Menüpunkte, die bei dir tatsächlich da sind, und sagt ehrlich, wenn sie einen Schritt nicht überprüfen kann.

Dabei zählt auch das Theme, also das Design deiner Website. Je nachdem, ob du ein klassisches Theme oder ein Block-Theme nutzt, liegen Menüs, Farben und Schriften an ganz anderen Stellen. Eine Anleitung, die das ignoriert, schickt dich in den falschen Bereich.

Wieder ersetzt du [Aufgabe] durch deine Aufgabe. Der Rest der Aufgabenstellung bleibt unverändert:

Erstelle für [Aufgabe] eine möglichst konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung für meine WordPress-Website.

Sieh vorher nach, welche WordPress-Version, welches Theme und welche Plugins mit welchen Versionen bei mir laufen. Nenne nur Menüpunkte und Einstellungen, die du bei mir zuverlässig zuordnen kannst. Kennzeichne jeden Schritt, den du nicht überprüfen kannst, und sag mir, welche Information oder welchen Screenshot du dafür brauchst. Führe selbst nichts aus und ändere nichts an meiner Website. Wenn etwas nicht klappt, sag es mir und schlag vor, wie wir es anders lösen.

Schritt 5: Fehlt der KI etwas, gib es ihr

Die KI sieht nicht jeden Bildschirm in deinem WordPress-Administrationsbereich. Sie kennt auch nicht jede Plugin-Version in allen Details, und dass ein Plugin installiert ist, heißt noch lange nicht, dass sie seine Oberfläche Einstellung für Einstellung kennt.

Fehlt ihr etwas, soll sie nachfragen, statt sich eine plausible Klickstrecke auszudenken. Dann ergänzt du den genauen Plugin-Namen, die Versionsnummer oder einen Screenshot, und die Anleitung wird genauer. Genau dafür stehen die entsprechenden Sätze in den Prompts oben.

Zurück zur Anleitung aus einer anderen Epoche

Beim nächsten Mal suchst du nicht mehr nach einer Anleitung, die zufällig zu deiner Website passt. Du lässt dir eine schreiben, die dein Menü beim richtigen Namen nennt, nur Plugins vorschlägt, die du hast, und dir sagt, wenn sie etwas nicht weiß. Anleitungen aus anderen Epochen darfst du getrost denen überlassen, die sie geschrieben haben. Und am Ende entscheidest immer noch du, was auf deiner Website passiert.

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