Die WordPress-Anleitung aus dem Netz kennt deine Website nicht. ChatGPT schon.
Du suchst eine Anleitung für WordPress und findest tatsächlich eine. Dann geht der Spaß erst los: Bei dir heißt das Menü anders, das Plugin ist gar nicht installiert, und der Screenshot stammt offenbar aus einer anderen Epoche. Glückwunsch, du hast eine Anleitung gefunden, die dir nicht hilft.
An Anleitungen mangelt es nicht
Für fast jede WordPress-Aufgabe gibt es irgendwo eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, meist sogar mehrere. Nur wurden sie für eine andere Website geschrieben. Der Autor nutzt ein anderes Plugin, die Oberfläche hat sich seitdem verändert, oder deine Website kann das Gesuchte längst, nur an einer anderen Stelle.
Also übersetzt du selbst. Was davon gilt für meine Installation? Was kann ich überspringen? Brauche ich wirklich noch ein Plugin? Diese Übersetzungsarbeit ist der eigentliche Aufwand, und keine Anleitung nimmt sie dir ab, die jemand für alle geschrieben hat.
Eine Anleitung, die bei deiner Website anfängt
Fakt ist: Eine Anleitung passt nur so gut, wie ihr Autor deine Website kennt. Und kein Autor kennt sie. Ist ChatGPT oder Claude direkt mit deinem WordPress verbunden, ändert sich das. Dann kann die KI nachsehen, was bei dir los ist: welche Plugins installiert und aktiv sind, welches Theme läuft, welche WordPress-Version. Statt dir eine Lösung für irgendeine beliebige Website zu beschreiben.
Das ist der Kern. Nicht du passt eine fremde Anleitung an deine Website an, sondern die KI schaut sich zuerst deine Website an und schlägt dann einen Weg vor, der dazu passt. Voraussetzung ist eine Verbindung direkt zu deiner Website aus ChatGPT oder Claude. Wie die entsteht, steht im KI-Playbook für WordPress.
Erst nachsehen, dann erklären
Ein Beispiel: Du willst ein Formular erstellen. Die übliche Anleitung beginnt mit der Installation eines Formular-Plugins. Aber was, wenn du längst eines hast? Dann lautet der erste sinnvolle Schritt nicht „Installiere Plugin XY“, sondern „Schau nach, was schon da ist“. Das kostet die KI ein paar Sekunden und dich im besten Fall ein Plugin weniger.
Prompt 1: Vorhandene Möglichkeiten prüfen
Ersetze [Aufgabe] durch das, was du erledigen willst, zum Beispiel „ein Kontaktformular erstellen“. Der Rest der Aufgabenstellung bleibt unverändert:
Ich möchte auf meiner WordPress-Website [Aufgabe] erledigen. Sieh zuerst nach, welche Plugins bei mir installiert und aktiv sind und welches Theme läuft. Finde heraus, ob eine vorhandene Funktion die Aufgabe schon erledigen kann. Empfiehl mir die einfachste Lösung und schlag nicht vorschnell ein neues Plugin vor. Sag mir genau, was du bei mir nachgesehen hast und was du nur vermutest. Ändere nichts an meiner Website. Wenn du etwas nicht nachsehen kannst, sag es mir und schlag vor, wie wir es anders lösen.
Der Satz mit dem Vermuten ist der wichtigste. Er zwingt die KI, Gesehenes von Geratenem zu trennen.
Kann die KI die Aufgabe selbst erledigen?
Manche Aufgaben erledigt die KI über die Verbindung selbst, andere nicht. Die Verbindung ist schließlich kein Generalschlüssel für jeden Einstellungsbildschirm. Entscheidend ist, welche Werkzeuge die KI bei dir nutzen darf und welche Rechte sie dabei hat.
Deshalb soll die KI zuerst sagen, was sie tatsächlich tun kann. Und bevor sie etwas ändert, fragt sie dich. „Wird schon passen“ ist bei Änderungen an einer Website keine Strategie.
Prompt 2: Ausführen oder anleiten
Auch hier ersetzt du [Aufgabe] durch deine Aufgabe. Der Rest der Aufgabenstellung bleibt unverändert:
Ich möchte [Aufgabe] erledigen. Sieh dir meine WordPress-Installation an und sag mir, was du über die Verbindung zu meiner Website selbst erledigen kannst. Wenn du die Aufgabe selbst ausführen kannst, beschreibe zuerst genau, was du ändern würdest, und warte auf mein Okay, bevor du etwas änderst. Wenn du sie nicht ausführen kannst, erkläre mir Schritt für Schritt, wie ich sie selbst erledige. Berücksichtige meine vorhandenen Plugins und erfinde keine Einstellungen oder Menüpunkte. Wenn etwas nicht klappt, sag es mir und schlag vor, wie wir es anders lösen.
Eine Klickanleitung statt Allgemeinplätzen
„Öffne die Plugin-Einstellungen und aktiviere die Option“ klingt hilfreich, bis du merkst, dass es diese Option bei dir gar nicht gibt. Eine gute Anleitung nennt die Menüpunkte, die bei dir tatsächlich da sind, und sagt ehrlich, wenn sie einen Schritt nicht überprüfen kann.
Dabei zählt auch das Theme. Je nachdem, ob du ein klassisches Theme oder ein Block-Theme nutzt, liegen Menüs, Farben und Schriften an ganz anderen Stellen. Eine Anleitung, die das ignoriert, schickt dich in den falschen Bereich.
Prompt 3: Konkrete Schritte für meine Installation
Wieder ersetzt du [Aufgabe] durch deine Aufgabe. Der Rest der Aufgabenstellung bleibt unverändert:
Erstelle für [Aufgabe] eine möglichst konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung für meine WordPress-Website. Sieh vorher nach, welche WordPress-Version, welches Theme und welche Plugins mit welchen Versionen bei mir laufen. Nenne nur Menüpunkte und Einstellungen, die du bei mir zuverlässig zuordnen kannst. Kennzeichne jeden Schritt, den du nicht überprüfen kannst, und sag mir, welche Information oder welchen Screenshot du dafür brauchst. Führe selbst nichts aus und ändere nichts an meiner Website. Wenn etwas nicht klappt, sag es mir und schlag vor, wie wir es anders lösen.
Was die Verbindung nicht automatisch weiß
Die KI sieht nicht jeden Bildschirm in deinem WordPress-Administrationsbereich. Sie kennt auch nicht jede Plugin-Version in allen Details, und dass ein Plugin installiert ist, heißt noch lange nicht, dass sie seine Oberfläche Einstellung für Einstellung kennt.
Fehlt ihr etwas, soll sie nachfragen, statt sich eine plausible Klickstrecke auszudenken. Dann ergänzt du den genauen Plugin-Namen, die Versionsnummer oder einen Screenshot, und die Anleitung wird genauer. Genau dafür stehen die entsprechenden Sätze in den Prompts oben.
Die beste Anleitung ist die, die zu deiner Website passt
Du brauchst nicht noch die hundertste allgemeine WordPress-Anleitung. Du brauchst einen Weg, deine Aufgabe mit dem zu lösen, was deine Website schon kann. Dafür muss die KI erst nachsehen und dann handeln oder verständlich erklären. Und am Ende entscheidest immer noch du, was auf deiner Website passiert.
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